Fiat Punto Reparaturanleitung | Diesel-einspritzverfahren

Beim dieselmotor wird reine luft in die zylinder angesaugt und dort sehr hoch verdichtet. Dadurch steigt die temperatur in den zylindern über die zündtemperatur des dieselöls an.

Wenn der kolben kurz vor dem oberen totpunkt steht, wird in die hochverdichtete und etwa +600 c heiße luft dieselöl eingespritzt. Das dieselöl zündet von selbst, zündkerzen sind also nicht erforderlich.

Bei sehr kaltem motor kann es vorkommen, dass durch die verdichtung die zündtemperatur nicht erreicht wird. In diesem fall muss vorgeglüht werden. Zu diesem zweck ist in jeden brennraum eine stabglühkerze eingeschraubt. Die glühkerze besteht im wesentlichen aus einem gehäuse mit eingepresstem heizstab. Der heizstab wiederum besteht aus der heizwicklung und der regelwicklung. Sobald spannung anliegt, heizt sich die heizwicklung im heizstab innerhalb weniger sekunden bis auf über +850 c auf. Wenn die vorglüh-kontrollleuchte an der armaturentafel erlischt, kann der motor gestartet werden.

Die vorglühdauer bis zum anlassen dauert selten länger als 10 sekunden. Sie wird durch das vorglührelais und das motor- steuergerät geregelt, welches durch einen kühlmittel- temperaturgeber die information über die aktuelle motortemperatur abfragt. Das motor-steuergerät entscheidet anhand der übermittelten daten, wie lange und wie viel strom den glühkerzen zugeführt wird. Das motor-steuergerät befindet sich im fußraum auf der beifahrerseite.

Hinweis: aufgrund der guten kaltstarteigenschaften des dieseldirekteinspritzmotors ist ein vorglühen überwiegend erst bei temperaturen unter ca. 0 C erforderlich.

Der kraftstoff wird von der elektrischen kraftstoffpumpe mit einem druck von 5 bar zur hochdruckpumpe gefördert. In der hochdruckpumpe wird bereits bei niedrigen motordrehzahlen ein konstant hoher druck von bis zu 1350 bar aufgebaut.

Von der hochdruckpumpe führt eine gemeinsame kraftstoffleitung (common rail) zu den einzelnen zylindern. Die gemeinsame kraftstoffleitung dient als druckspeicher und verteilt den kraftstoff mit konstantem druck an die einspritzventile.

Die erforderliche kraftstoff-einspritzmenge wird vom motor-steuergerät über die elektromagnetischen einspritzventile den einzelnen zylindern exakt zugeteilt. Schließt der mikrocomputer des motor-steuergeräts beispielsweise die magnetventile, ist die kraftstoffeinspritzung sofort wieder beendet.

Mit anderen worten: druckerzeugung und kraftstoffeinspritzung erfolgen unabhängig voneinander. Das hat den vorteil, dass die einspritzung bedarfs- und abgasoptimiert, aber unabhängig von der motordrehzahl erfolgen kann.

Der kraftstoff wird mit mehrstrahl-einspritzventilen in 2 stufen eingespritzt. Zunächst erfolgt eine voreinspritzung von einer geringen menge kraftstoff, wodurch die zündbedingungen für die hauptkraftstoffmenge verbessert werden. Daraus resultiert eine weichere und damit auch leisere verbrennung.

Bevor der kraftstoff in die hochdruckpumpe gelangt, wird er im kraftstofffilter von verunreinigungen und wasser befreit.

Deshalb ist es äußerst wichtig, den kraftstofffilter im rahmen der wartung regelmäßig auszuwechseln.

Die hochdruckpumpe ist wartungsfrei. Alle beweglichen teile werden mit dieselöl geschmiert.

Die verbrennungsluft wird vom motor beziehungsweise vom abgasturbolader über den luftfilter angesaugt. Der turbolader verdichtet die luft und drückt sie durch einen ladeluftkühler.

Dort wird die beim ladevorgang erwärmte luft abgekühlt.

Dadurch wird der zylinderfüllungsgrad verbessert und somit drehmoment und leistung des motors erhöht.

Winterbetrieb

Mit abnehmenden außentemperaturen verringert sich das fließvermögen des dieselkraftstoffes durch paraffin-ausscheidung.

Der dieselkraftstoff kann dickflüssig wie honig werden und den kraftstofffilter verstopfen. Aus diesem grund werden von den mineralölfirmen dem diesel im winter zusätze beigemischt, die das fließverhalten heraufsetzen und ein starten bis etwa - 2 2 c garantieren.

Damit der kraftstofffilter bei niedrigen außentemperaturen nicht verstopfen kann, befindet sich ein elektrisches heizelement im oberteil des kraftstofffilters.

    Siehe auch:

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